Information über Altersteilzeit

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Aktive fordern flexibleren Übergang in die Rente – durch tarifliche Altersteilzeit!

Unabhängig vom Verhandlungsstand der Arbeitsgruppe Altersteilzeit möchten wir euch über gesetzliche und tarifliche Altersteilzeitmodelle informieren. Leider wird bei LuK aktuell kein Altersteilzeitmodell angeboten. In tarifgebundenen Standorten von Schaeffler findet die tarifliche Altersteilzeit Anwendung, die für Arbeitnehmer günstiger ist als der gesetzliche Mindeststandard. Was jedoch mit „lebensphasenorientiertem Arbeiten“ gemeint ist, soll uns die Verhandlungsgruppe oder die Geschäftsführung genauer erklären.

Hintergrund: Älteren Mitarbeitern soll durch gesetzliche Regelungen die Möglichkeit eines gleitenden oder früheren Übergangs in den Ruhestand geboten werden. Um dies zu ermöglichen werden finanzielle Anreize geschaffen, zugleich entsteht die Möglichkeit, freiwerdende Arbeitsplätze durch junge oder arbeitslose Mitarbeiter neu zu besetzen.

Voraussetzungen: Arbeitnehmer mit Arbeitsvertrag. Zum Zeitpunkt des Beginns Ihrer Altersteilzeit müssen Sie das 55. Lebensjahr bereits beendet haben. Sie müssen innerhalb der letzten 5 Jahre 1080 Tage einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgegangen sein, auch Teilzeibeschäftigungen reichen aus. Sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber müssen der Altersteilzeitarbeit zustimmen, um von der Bundesagentur für Arbeit gefördert zu werden.

Varianten der Altersteilzeit: Es wird zwischen Gleichverteilungsmodell, Blockmodell und stufenweiser Absenkung der Arbeitszeit unterschieden. Beim Gleichverteilungsmodell reduziert der Arbeitnehmer über den ganzen Zeitraum seiner Altersteilzeit seine Arbeitszeit auf die Hälfte der ursprünglichen Arbeitszeit. Wesentlich verbreiteter ist das Blockmodell: in der zunächst anzutretenden Arbeitsphase bleibt die wöchentliche Arbeitszeit ungekürzt, bei halbem Lohn. In der zweiten Phase – der sogenannten Freistellungsphase – wird der Arbeitnehmer von der Arbeitsleistung freigestellt. Stufenweise Absenkung der Arbeitszeit bedeutet zum Beispiel: im ersten Jahr 100%, im zweiten Jahr 80%, im dritten Jahr 60 %, im vierten Jahr 40%, im fünften Jahr 20% und im sechsten Jahr 0% der Arbeitszeit.

Unterschiede gesetzliche und tarifliche Altersteilzeit

Gesetzlich heißt: z.B. halbe Arbeitszeit, halber Lohn, eine Aufstockung ist möglich, aber vorgeschrieben sind nur 20 Prozent – diese Altersteilzeit wird größtenteils vom Arbeitnehmer finanziert. Tariflich heißt: z.B. halbe Arbeitszeit, der Arbeitgeber bezahlt zwischen 83 und 89% des Nettolohns.

Tarifliche Altersteilzeit: Das ist Fair!

  • Auch Mitarbeiter mit niedrigeren Einkommen können sich Altersteilzeit leisten.
  • In EG7 (der Anfangsentgeltgruppe für Facharbeitertätigkeiten im Tarif) erreicht man mit der tariflichen Altersteilzeit 85% des früheren Nettoarbeitsentgelts, bei halber Arbeitszeit.
  • Wegfallende Rentenversicherungbeiträge werden zu 90% vom Arbeitgeber übernommen. Bei gesetzlicher Altersteilzeit werden nur 80% davon bezahlt.
  • Laufzeit bei tarifl. Altersteilzeit max. 6 Jahre statt nur 3 Jahre.
  • 4% aller Arbeitnehmer eines Unternehmens haben Rechtsanspruch auf Altersteilzeit. Über ein Prioritätensystem entscheidet der Betriebsrat mit, wer in Altersteilzeit gehen darf.

Insolvenzsicherung

Wird die Altersteilzeit im Blockmodell vereinbart, so erbringt der Arbeitnehmer seine Arbeitsleistung in der Arbeitsphase voll, erhält aber während dieser Zeit nur das Teilzeitentgelt

BOSCH, INA und FAG hat sie – wir nicht!

zuzüglich eventueller Aufstockungsbeträge. Somit besteht ein Erfüllungsrückstand seitens des Arbeitgebers. Die Höhe dieses Erfüllungsrückstandes, das sogenannte Wertguthaben, wird im Falle der Insolvenz des Arbeitgebers nicht bevorrechtigt behandelt und kann daher zu einem großen Teil verloren gehen. Daher muss dieses Wertguthaben gegen die Insolvenz des Arbeitgebers gesichert werden.

Fazit

Altersteilzeit werden nur diejenigen in Anspruch nehmen, die es sich leisten können. „Intelligent“ und „modern“ ist ein vom Arbeitgeber vorgeschlagenes Alterteilzeitmodell nur, wenn es auch für den Arbeitnehmer finanziell lohnt und einen echten Anreiz bieten kann.

Schlussendlich liegt es aber am Arbeitgeber, ob er den jahrzehntelangen Einsatz seiner Arbeitnehmer bei einer 40h-Woche – also einem überdurchschnittlichen Einsatz – und dem damit verbundenen höheren Ertrag entsprechend wertschätzt.

Im Rest des Schaeffler Konzerns (85% aller Mitarbeiter) findet eine solche Wertschätzung zu den branchenüblichen, tariflichen Bedingungen statt.

Wir wünschen uns dieses Mal eine ehrliche und transparente Vereinbarung, die nicht mit anderen Themen, beispielsweise Beschäftigungssicherung, 40h-Woche, Mutterschutz, Elternzeit, oder „Sabbatical“ gekoppelt oder vermischt wird, ganz ohne Vermauschelungen oder Ausstiegsklauseln.

Offenbar sollen die Arbeitnehmer ihre Altersteilzeit größtenteils selbst finanzieren – durch die gesetzlich vorgeschriebene Minimallösung, oder im Falle von „lebenszeitorientiertem Arbeiten“ durch selbst erbrachte Zeitguthaben.

Wir erinnern hiermit nochmals eindringlich alle Beteiligten daran, das dieses Thema der LuK-Belegschaft unter den Nägeln brennt und hier endlich ein – auch für den Arbeitnehmer finanziell attraktiveres – Verhandlungsergebnis erwartet wird.

Durch IG Metall Mitgliedschaften kann die Belegschaft bessere tarifliche Regelungen erzwingen – unabhängig von Betriebsratskonstellationen – Schaeffler hält das aus!


Umfrage – was denkt die Belegschaft?

Findest Du, dass das Thema Altersteilzeit auch bei LuK endlich angegangen werden muss?

  • Ja (99%, 101 Votes)
  • Nein (1%, 1 Votes)

Total Voters: 102

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Welches Modell findest Du gerecht?

  • Branchenübliche, tarifliche Altersteilzeit mit Aufstockung des Arbeitgebers (94%, 94 Votes)
  • Gesetzliche Altersteilzeit mit minimaler Aufstockung des Arbeitgebers (6%, 6 Votes)
  • LuK Modell mit selbst erbrachten Zeitguthaben (0%, 0 Votes)

Total Voters: 100

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Altersteilzeitgesetz (AltTZG)
Vorheriger Beitrag zum Thema: „Kampagne zur Altersteilzeit“

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Link zu den Schaeffler Nachrichten der IG Metall