RACE – wer bleibt auf der Strecke?

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Die Schaeffler AG hat das Programm RACE zur Steigerung der Rendite der Sparte Automotive OEM bekannt gegeben. RACE steht für „Regroup Automotive for higher Margin and Capital Efficiency”

Kleinere Standorte wie Unna, Hamm, Kaltennordheim und Steinhagen sind von dem Restrukturierungsprogramm besonders betroffen. Die Arbeitsplätze unserer Kollegen dort werden in Frage gestellt, von Verlagerung oder Verkauf ist die Rede. Wer in Bühl diesen Standorten zuarbeitet, weiß was es bedeutet – auch Mitarbeiter in Bühl machen sich Sorgen. RACE 1 ist erst der Anfang. RACE 2 und RACE 3 sollen aus Management-Sicht folgen. Bisher sagt uns niemand, was in RACE Phase 2 und 3 geschehen soll, oder an welchem Standort dann Kollegen ihre Arbeitsplätze für höhere Gewinne opfern sollen.

Bei einem Marsch ins Ungewisse kommt keine Freude auf. Wir erwarten von der Geschäfts- und der Konzernleitung umfassende Informationen: Was will sie mit dem Programm erreichen und wie geht das? Was kommt dabei für die Beschäftigten heraus? Wie wirkt sich das auf den Standort Bühl und die Arbeitsplätze aus?

Zukunftsvereinbarung: Betriebsbedingte Entlassungen müssen laut Zukunftsvereinbarung zwischen Schaeffler und IGM verhindert werden, wenn das möglich ist. Darin wurde auch vereinbart, deutsche Schaeffler-Standorte auf wirtschaftlich tragfähige Art und Weise zu stärken. Beides muss nach der Zukunftsvereinbarung mit Betriebsrat und IG Metall entschieden und umgesetzt werden. Verkäufe und Verlagerungen sind dadurch nicht ausgeschlossen, wie die aktuelle Vorgehensweise deutlich zeigt.

Solidarität: 700 Stellen sollen in Deutschland gestrichen werden. Die Vertrauensleute vom Standort Bühl erklären sich solidarisch und sagen den Kollegen Unterstützung im Kampf um deren Arbeitsplätze zu. Wir unterstützen den Standpunkt des Gesamt-/Konzernbetriebsrats: Es darf keine Standortschließungen und keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Wenn es keine sozialverträgliche Lösung gibt, werden wir Widerstand leisten. Denn nur gemeinsam haben wir eine Chance – standortübergreifend.

Was hat die IG Metall damit zu tun?

Für die Gewinne braucht das Unternehmen unsere Arbeit. Nur eine gut organisierte Belegschaft kann als Gegenleistung für gute Arbeit heute sichere Arbeitsplätze in der Zukunft durchsetzen. Je mehr Kollegen sich für eine Mitgliedschaft in der IGM entscheiden, umso größer ist die Kraft, die betriebsbedingten Kündigungen und Standortschließungen entgegenwirkt und desto größer die Mitsprache der Arbeitnehmer für eine zukunftsfähige Unternehmensstrategie. Je höher der Organisationsgrad, desto sozialverträglicher fallen die Lösungen aus.

Am Ende ist es deine Entscheidung

Solidaritätsveranstaltungen an vielen Schaeffler Standorten

Die Pläne des Schaeffler-Vorstands, 600 Kolleginnen und Kollegen an den Standorten Unna, Hamm, Kaltennordheim und Steinhagen sowie weitere 100 an noch nicht definierten Stellen abzubauen, gaben Anlass zu bemerkenswerten Solidaritätsveranstaltungen. Noch vor wenigen Jahren waren wir es, die für den Erhalt von Schaeffler auf die Straße gingen, aber natürlich auch um unsere Arbeitsplätze zu sichern.
Damals: Solidarität mit dem Arbeitgeber – Kann der sich heute noch daran erinnern?
Heute: Solidarität mit den Kollegen – für deren und unsere Zukunft!

Solidaritätskundgebung bei Schaeffler Lahr (ehemals INA Lahr)

Vergangenen Donnerstag fand eine Solidaritätsbekundung auf dem Schaeffler-Gelände in Lahr statt. „Wir fordern die Erhaltung der Substanzen der Standorte“, wiederholte der dortige Betriebsratsvorsitzende Volker Barthruff vor den ca. 180 Anwesenden.

Der stellvertretende Geschäftsführer der IG Metall Offenburg, Norbert Göbelsmann, sprach sich für Arbeitsplätze in E-Mobilität und Wasserstoffantrieb aus und dafür, die
Qualifizierung der Mitarbeiter für die zukünftigen Jobs zu finanzieren.

Die Unsicherheit über die Zukunft hat auch eine Delegation von IG Metallern aus dem Werk Bühl dazu bewegt, bei den Kollegen in Lahr ihre Solidarität zu bekunden. Niemand weiß, was RACE 2 und 3 bringen.

Mit den kleinen Standorten fängt man an, und was kommt dann?

Wir Vertrauensleute appellieren an eure Solidarität –
zur Sicherung eurer Arbeitsplätze

Bericht der Lahrer Zeitung

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