Bühl: Leitsegment für Elektromotoren am Standort?

Der E-Motor ist eine Schlüsselkomponente aller elektrifizierten Antriebe. Bei Schaeffler steht derzeit die Entscheidung über die Lokalisierung eines Leitsegments E-Motoren an. Die Arbeitnehmervertreter verhandeln über eine mögliche Lokalisierung in Bühl.

 

Im Oktober 2017 einigten sich IG Metall und Geschäftsleitung bei LuK (Schaeffler) über den  Eintritt in den Flächentarifvertrag der IG Metall Baden-Württemberg im gesamten Standort zum 1. Januar 2018, mit schrittweiser Einführung bis 2022.

Seit dieser Grundsatzeinigung auf die Tarifbindung laufen in Bühl intensive Bemühungen zur Einführung des sogenannten ERA-Tarifvertrags, der für die Firma Schaeffler teurer sein wird als der bisherige tariflose Zustand. Zusätzliche Brisanz gewann diese Entwicklung dadurch, dass in Bühl durch den Umstieg vom Verbrennungsmotor auf die Elektromobilität viele hundert Arbeitsplätze langfristig als gefährdet gelten. Aktuell plant Schaeffler den Aufbau einer Pkw-Elektromotoren-Fertigung in Ungarn.

Betriebsrat und IG Metall versuchten in Gesprächen mit dem Schaeffler-Management auszuloten, ob es eine Möglichkeit gibt, zumindest einen Teil der künftigen E-Motoren-Produktion in Bühl anstatt in Ungarn zu etablieren. Die Geschäftsleitung in Bühl kam nun auf die IG Metall-Bezirksleitung Baden-Württemberg zu, um in Verhandlungen einzutreten. Dabei hilft insbesondere die im April 2018 von Gesamt- und Konzernbetriebsrat und IG Metall mit der Geschäftsleitung und dem Eigentümer abgeschlossene Zukunftsvereinbarung. Darin ist unter anderem festgelegt, dass die deutschen Standorte gestärkt werden sollen, durch die Tarifbindung und einen Investitionsfond für konkrete Zukunftsprojekte in den Standorten.

Für die Verhandlungen mit der Geschäftsleitung bezüglich der anvisierten E-Motoren-Fertigung in Bühl wurden bei einer IG Metall-Mitgliederversammlung am Donnerstag, dem 02.07.2020 die Tarifkommission und die Verhandlungskommission gewählt. Die Geschäftsleitung erwartet konkrete Einsparungen, wobei die IG Metall als Verhandlungsführerin allerdings erklärte, dass Einschnitte in den Flächentarifvertrag nicht in Frage kommen. Auf der Arbeitnehmerseite sind in der Verhandlungskommission vertreten: Barbara Resch (IG Metall-Bezirksleitung Baden-Württemberg), Norbert Göbelsmann (IG Metall-Geschäftsstelle Offenburg), Salvatore Vicari (Gesamtbetriebsratsvorsitzender Schaeffler), Volker Robl (Betriebsratsvorsitzender Schaeffler Bühl), Werner Schmitt und Jürgen Stolz (IG Metall-Vertrauenskörperleitung und Betriebsratsmitglieder Schaeffler Bühl), David Springmann (IG Metall-Vertrauenskörperleiter Schaeffler Bühl).

Dieser Beitrag ist auf der IG Metall Schaeffler Seite erschienen